Friedrich Kraft (1863–)

Persönliche Daten
Geburtsdatum
Ungefähr 1863
Religionsbekenntnis
evangelisch
Berufe
Biographie

Der aus Hessen gebürtige Friedrich Kraft kam nach Linz an der Donau (Oberösterreich), wo er als Schlossergeselle Arbeit fand und sich der radicalen Arbeiterbewegung anschloss. Er wurde im Zuge der großen Verhaftungswellen vom Dezember 1884 und Jänner 1885 gegen die oberösterreichischen Radicalen verhaftet und ins Landesgericht Linz an der Donau eingeliefert.

Am 11. und 12. März 1885 fand vor dem Landes- als Schwurgericht Linz an der Donau unter Ausschluss der Öffentlichkeit der so genannte Anarchistenprozess Prozess gegen fünf Radicale statt. Der Hafnergehilfe Anton Fuchs (1847–1899) wurde des Verbrechens der Störung der öffentlichen Ruhe angeklagt, der Kesselschmiedgehilfe Wenzel Blaschek (1858–?), Anton Fuchs' Ehefrau Barbara Fuchs (1850–1885), Friedrich Kraft und der Maschinenschlosser Ferdinand Perlornigg (1854–1901) des Vergehens der öffentlichen Herabwürdigung der Ehe, Familie und des Eigentums. Vom Verbrechen freigesprochen, wurde Anton Fuchs wegen Vergehens der öffentlichen Herabwürdigung der Ehe, Familie und des Eigentums zu vier Monaten strengem Arrest, verschärft durch einen Fasttag alle vierzehn Tage, verurteilt und nach Verbüßung der Strafe aus Oberösterreich ausgewiesen. Ferdinand Perlornigg wurde wegen Übertretung, begangen durch das Halten einer Winkelpresse (Errichtung einer geheimen Druckerpresse), zu einer Geldstrafe von 25 Gulden zu Gunsten des Armenfonds in Urfahr (Oberösterreich [zu Linz an der Donau]), eventuell fünf Tage Arrest, verurteilt und kehrte anschließend nach Kärnten zurück. Wenzel Blaschek, Barbara Fuchs und Friedrich Kraft wurden freigesprochen.

Friedrich Kraft verließ nach dem Prozess Linz an der Donau und begab sich zunächst nach Passau (Bayern).

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