Wenzel Blaschek (1858–)
Persönliche Daten
Familienverhältnisse
Mutter: Maria Blaschek, Tochter einer Hausfrau und eines Taglöhners: Eisenbahnarbeiterin; später verheiratete Schimek
Vater: unbekannt
Ehe: in Amstetten (Niederösterreich) am 4. Oktober 1885 mit Leopoldine Frey (Stein bei Ulmerfeld [zu Amstetten], Niederösterreich 11. November 1865 – ?), Tochter einer Bäuerin und eines Bauern: Hausfrau
Tochter: Johanna Leopoldine Blaschek (Linz an der Donau, Oberösterreich 22. Mai 1892 – ?)
Tochter: Anna Blaschek (Linz an der Donau, Oberösterreich 13. Juli 1898 – ?)
Sohn: Rudolf Blaschek (Linz an der Donau, Oberösterreich 17. April 1902 – ?)
Biographie
Franz Blaschek, zuständig nach Schimenau (Böhmen [Šimanov, zu Žihobce, Tschechien]), arbeitete als Kesselschmiedgehilfe bei den österreichischen Staatsbahnen in Amstetten (Niederösterreich), wo er sich der radicalen Arbeiterbewegung anschloss. Im Zuge der Verhaftungswelle unter oberösterreichischen Radicalen im Dezember 1884 und Jänner 1885 wurde er in Amstetten verhaftet und in das Landesgericht Linz an der Donau (Oberösterreich) eingeliefert.
Am 11. und 12. März 1885 fand vor dem Landes- als Schwurgericht Linz an der Donau unter Ausschluss der Öffentlichkeit der so genannte Anarchistenprozess Prozess gegen fünf Radicale statt. Der Hafnergehilfe Anton Fuchs (1847–1899) wurde des Verbrechens der Störung der öffentlichen Ruhe angeklagt, Wenzel Blaschek, Anton Fuchs' Ehefrau Barbara Fuchs (1850–1885), der aus dem Kurfürstentum Hessen [Hessen] gebürtige Schlossergeselle Friedrich Kraft (~1863–?) und der Maschinenschlosser Ferdinand Perlornigg (1854–1901) des Vergehens der öffentlichen Herabwürdigung der Ehe, Familie und des Eigentums. Vom Verbrechen freigesprochen, wurde Anton Fuchs wegen Vergehens der öffentlichen Herabwürdigung der Ehe, Familie und des Eigentums zu vier Monaten strengem Arrest, verschärft durch einen Fasttag alle vierzehn Tage, verurteilt und nach Verbüßung der Strafe aus Oberösterreich ausgewiesen. Ferdinand Perlornigg wurde wegen Übertretung, begangen durch das Halten einer Winkelpresse (Errichtung einer geheimen Druckerpresse), zu einer Geldstrafe von 25 Gulden zu Gunsten des Armenfonds in Urfahr (Oberösterreich [zu Linz an der Donau]), eventuell fünf Tage Arrest, verurteilt und kehrte anschließend nach Kärnten zurück. Wenzel Blaschek, Barbara Fuchs und Friedrich Kraft wurden freigesprochen.
Wenzel Blaschek kehrte nach Amstetten zurück, wo er weiterhin als Kesselschmiedgehilfe bei den österreichischen Staatsbahnen arbeitete und 1885 heiratete. Um 1889 übersiedelte er nach Linz an der Donau, wo er unter anderem am 20. August 1898 Mitbegründer der Ortsgruppe Linz des »Bundes der Arbeiter-Radfahrer« war.
Schließlich emigrierte Wenzel Blaschek in die USA, wo er am 10. Oktober 1910 in New York City (New York, USA) ankam und am 14. März 1917 US-amerikanischer Staatsbürger wurde. Er ließ sich dann in Chicago (Illinois, USA) nieder, wo er wieder als Kesselschmied arbeitete und wohin ihm seine Ehefrau und seine Kinder Anna und Rudolf 1911 folgten.
Kategorien
Adresse
- Pöchlarn, Niederösterreich, Brunn an der Erlauf 22 (Geburtsadresse)
- Linz an der Donau, Oberösterreich, Lustenau 192 (belegt für 1892)
- Linz an der Donau, Oberösterreich, Lustenau, Wiener Reichsstraße 5 [Wiener Straße] (belegt für 1898)
- Linz an der Donau, Oberösterreich, Marktplatz 4 (belegt für 1902)
Karte
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Autor: Reinhard Müller
Version: März 2025
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