Barbara Fuchs (1850–1885)
Persönliche Daten
Familienverhältnisse
Vater: Leopold Obermayr (Grieskirchen, Oberösterreich um 1823 – ?), Sohn einer Haufrau und eines Färbermeisters; Färbermeister; Heirat in Grieskirchen (Oberösterreich) am 26. Jänner 1846 mit:
Mutter: Justine Obermayr, geborene Gunzinger (um 1827 – ?): Tochter einer Hausfrau und eines Schullehrers
Ehe: in Linz an der Donau (Oberösterreich) am 2. Juli 1871 mit Anton Fuchs (Zwittau, Mähren [Svitavy, Tschechien] 1847 – ?): Hafnergehilfe; Radicaler, Anarchist
Tochter: Anna Eva Fuchs (Linz an der Donau, Oberösterreich 29. Dezember 1872 – ?)
Sohn: Josef Leopold Fuchs (Linz an der Donau, Oberösterreich 9. November 1883 – ?)
Tochter: Maria Fuchs (Linz an der Donau, Oberösterreich 11. Dezember 1884 – ?)
Biographie
Barbara Fuchs kam nach Linz an der Donau (Oberösterreich), wo sie als Dienstmagd Arbeit fand und 1871 den Hafnergehilfen Anton Fuchs (1847–1899) heiratete. Hier schloss sie sich um 1881 der radicalen Arbeiterbewegung an, zu deren wichtigsten Aktivisten ihr Ehemann gehörte. Nachdem Anton Fuchs am 17. Dezember 1884 unter dem Verdacht anarchistischer Umtriebe verhaftet worden war, wurden die gerichtlichen Erhebungen auch auf Barbara Fuchs ausgedehnt.
Am 11. und 12. März 1885 fand vor dem Landes- als Schwurgericht Linz an der Donau unter Ausschluss der Öffentlichkeit der so genannte Anarchistenprozess Prozess gegen fünf Radicale statt. Anton Fuchs wurde des Verbrechens der Störung der öffentlichen Ruhe angeklagt, der Kesselschmiedgehilfe Wenzel Blaschek (1858–?), Barbara Fuchs, der aus Hessen-Kassel gebürtige Schlossergehilfe Friedrich Kraft (1863–?) und der Maschinenschlosser Ferdinand Perlornigg (1854–1901) des Vergehens der öffentlichen Herabwürdigung der Ehe, Familie und des Eigentums. Vom Verbrechen freigesprochen, wurde Anton Fuchs wegen Vergehens der öffentlichen Herabwürdigung der Ehe, Familie und des Eigentums zu vier Monaten strengem Arrest, verschärft durch einen Fasttag alle vierzehn Tage, verurteilt und nach Verbüßung der Strafe aus Oberösterreich ausgewiesen. Ferdinand Perlornigg wurde wegen Übertretung, begangen durch das Halten einer Winkelpresse (Errichtung einer geheimen Druckerpresse), zu einer Geldstrafe von 25 Gulden zu Gunsten des Armenfonds in Urfahr (Oberösterreich [zu Linz an der Donau]), eventuell fünf Tage Arrest, verurteilt und kehrte anschließend nach Kärnten zurück. Wenzel Blaschek, Barbara Fuchs und Friedrich Kraft wurden freigesprochen.
Nach Verbüßung seiner Gefängnisstrafe am 18. Juli 1885 aus Linz an der Donau abgeschafft, fand Anton Fuchs in Rosenau am Sonntagsberg [zu Sonntagsberg] (Niederösterreich) Arbeit, musste aber seine Familie in Linz an der Donau zurücklassen. Als er seiner Ehefrau Barbara Fuchs die Nachricht zukommen ließ, dass er heimlich zu ihr auf Besuch nach Linz an der Donau kommen werde, traf Barbara Fuchs am 13. September 1885 vor Freude der Schlag und verstarb: Ihr jüngstes Kind war damals neun Monate alt. Die Grabrede hielt der mit der Familie vorgeblich befreundete Schneidergehilfe und jetzige Schreiber Ludwig Philipp Schrödl (1851–1888), zu diesem Zeitpunkt bereits ein wichtiger Spitzel der Linzer Polizei.
Publikationen
Todesanzeigen
- in: Die Arbeit (Marburg), 1. Jg., Nr. 5 (1. Oktober 1885), S. [4].
Kategorien
Adresse
- Grieskirchen, Oberösterreich, Grieskirchen 139 (Geburtsadresse)
Karte
Autor / Version / Copyleft
Autor: Reinhard Müller
Version: März 2025
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