Johann Hitti (1832–1896)
Persönliche Daten
Familienverhältnisse
Vater: Lorenz Hitti: Keuschler; Heirat mit:
Mutter: Maria Hitti, geborene Mikusch, Tochter einer Bergholdin und eines Bergholds: Keuschlerin
Ehe: in Graz (Steiermark) am 28. August 1870 mit Maria Wesian (Graben, Steiermark [Grabe, zur Občina Apače, Slowenien] 26. Dezember 1837 – ?): Köchin
Sohn: Johann Alois Wesian, mit 28. August 1870 legitimierter Johann Alois Hitti; später: Johann Hitty (Graz, Steiermark 8. Juni 1869 – Graz, Steiermark 21. Dezember 1910): Buchhalter
Sohn: Heinrich Ernst Hitti (Graz, Steiermark 6. Juli 1871 – ?)
Sohn: Carl Johann Hitti (Graz, Steiermark 24. Dezember 1872 – ?)
Biographie
Johann Hitti absolvierte eine Bäckerlehre und arbeitete zunächst als Bäckergehilfe in Oberlaibach (Krain [Vrhnika. Slowenien]). Um 1869 kam er nach Graz (Steiermark), wo er zunächst als Bäckergehilfe, seit 1870 als Dienstmann Nummer 93 arbeitete. Hier schloss er sich zunächst der sozialistischen, seit etwa 1884 der radicalen Arbeiterbewegung an.
Am 6. Jänner 1885 fanden in Graz gleichsam als Nachspiel zum großen Sozialistenprozess vom 11. bis 25. Juni 1884 die Appellationsverfahren gegen Johann Hitti, den Tischlergehilfen Franz Lederer (~1846–1886) und den Maschinenschlosser Franz Rößler statt. Beim Prozess 1884 war man unter anderem davon ausgegangen, dass die Radicalen Michael Kappauf (1843–1890), Buchhalter, und Josef Schneider (1836–1908), Kettenschmied, beide Beamte der »Allgemeinen Arbeiter-Kranken- und Invaliden-Kasse«, die Krankenkasse für die Radicalen übernehmen wollten. Dies sei aber durch den Obmann, den ehemaligen Schienenarbeiter und nunmehrigen Gastwirt Josef Braun (1849–1912), verhindert worden. Noch während des Prozesses waren am 13. Juni 1884 aus der Kasse der »Allgemeinen Arbeiter-Kranken- und Invaliden-Kasse« 143 Gulden und 15 Kreuzer gestohlen worden. Die Gemäßigten äußerten den Verdacht, dass die Radicalen das Geld entwendet hätten, um damit die Kosten für den Verteidiger im großen Sozialistenprozess zu bestreiten, wobei als Dieb konkret Franz Rößler genannt worden war. Die von den Gemäßigten angestrengten polizeilichen Erhebungen waren diesbezüglich aber im Sand verlaufen. In der Generalversammlung der »Allgemeinen Arbeiter-Kranken- und Invaliden-Kasse« am 21. September 1884 beschuldigten nun Franz Lederer und Franz Rößler den Vereinsobmann Josef Braun, seinerseits das Geld entwendet zu haben, um die Radicalen dadurch in Verruf zu bringen. Josef Braun klagte und Franz Lederer sowie Franz Rößler wurden vom Bezirksgericht Graz wegen Ehrenbeleidigung zu je einem Monat verschärftem Arrest verurteilt. Nunmehr erkannte der Appellationssenat die beiden Verurteilten für unschuldig. Gleichzeitig hatte sich damals Josef Braun gegen den Vorwurf Johann Hittis verwehren müssen, er habe einen an den Ausschuss der Krankenkasse gerichteten Brief Michael Kappaufs entwendet. Josef Braun konnte aber belegen, dass der Brief an ihn als Obmann gerichtet war, weshalb Johann Hitti vom Bezirksgericht Graz zu acht Tagen Arrest verurteilt worden war. Dieses Urteil wurde nunmehr vom Appellationssenat bestätigt.
Johann Hitti, der zuletzt als Gärtner arbeitete, verstarb am 25. Mai 1896 in Graz an Magenkrebs.
Kategorien
Adresse
- Franzdorf, Krain [Borovnica, zur Občina Borovnica, Slowenien], Franzdorf 11 (Geburtsadresse)
- Graz, Steiermark, Annenstraße 10 (belegt für 1870)
- Graz, Steiermark, Griesgasse 30 (belegt für 1870 bis 1872)
- Graz, Steiermark, Grabenstraße 21 (Sterbeadresse)
Karte
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Autor: Reinhard Müller
Version: März 2025
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