Florian Pawlik (1863–)
Persönliche Daten
Familienverhältnisse
Vater: Johann Pawlik: Weber; Heirat mit:
Mutter: Karolina Pawlik, geborenen Rasch: Hausfrau
Ehe: in Bautsch (Mähren [Budišov nad Budišovkou, Tschechien]) am 27. Mai 1890 mit Victoria Knödel (Bautsch, Mähren [Budišov nad Budišovkou, Tschechien] 19. November 1863 – ?), Tochter einer Hausfrau und eines Webers: Hausfrau
Sohn: Johann Pawlik (Bautsch, Mähren [Budišov nad Budišovkou, Tschechien] 26. Dezember 1890 – ?)
Sohn: Hermann Pawlik (Bautsch, Mähren [Budišov nad Budišovkou, Tschechien] 28. Dezember 1896 – Witkowitz, Mähren [Vítkovice, zu Ostrava, Tschechien] 22. Februar 1915)
Sohn: Florian Pawlik (Bautsch, Mähren [Budišov nad Budišovkou, Tschechien] 23. März 1894 – Bautsch, Mähren [Budišov nad Budišovkou, Tschechien] 28. März 1894)
Sohn: Siegfried Pawlik (Bautsch, Mähren [Budišov nad Budišovkou, Tschechien] 12. Februar 1896 – ?)
Sohn: Raimund Pawlik (Bautsch, Mähren [Budišov nad Budišovkou, Tschechien] 20. August 1897 – Bautsch, Mähren [Budišov nad Budišovkou, Tschechien] 24. August 1897)
Tochter: Hedwig Pawlik, seit 25. Februar 1922 verheiratete Zieger (Bautsch, Mähren [Budišov nad Budišovkou, Tschechien] 20. September 1899 – ?)
Biographie
Florian Pawlik kam als Webergehilfe nach Sternberg (Mähren [Šternberk, Tschechien]), wo er sich der radicalen Arbeiterbewegung anschloss.
In der Nacht auf den 10. November 1884 wurden dem Schieferbruchbesitzer Josef Brückner in Klein-Stohl (Mähren [Malá Štáhle, Tschechien]), 15 Kilo Dynamit gestohlen, gemäß behördlichen, aber dann gerichtlich nicht bestätigten Erhebungen von Johann Matzke sen. (1832–1901) und seinem Sohn Johann Matzke jun. (1857–1929), beide Grundbesitzer in Sperbersdorf (Mähren [Krahulčí, zu Dětřichov nad Bystřicí, Tschechien]). Kurz danach, am 16. November 1884, um 10 Uhr vormittags, wurde ein Dynamitattentat auf jenes Gebäude in Sternberg (Mähren [Šternberk, Tschechien]) verübt, in welchem sich die Bezirkshauptmannschaft, das Bezirksgericht und das Steueramt befanden, wodurch erheblicher Sachschaden entstand. Johann Matzke sen. und jun. sollen noch vorhandenes Dynamit am 7. Dezember 1884 in einem Gasthaus in Sperbersdorf den Webergehilfen Franz Karger (~1852–?) und Florian Pawlik übergeben haben, wobei Letztgenannter das Dynamit nach Sternberg transportierte. Die Polizei hatte allerdings mittlerweile erfahren, dass dieses gestohlene Dynamit durch den allerdings bereits am 6. Dezember 1884 in Wien am Nordbahnhof verhafteten Tischlergehilfen Rudolf Warbinek (1863–?) nach Wien geschmuggelt werden sollte. Das dafür vorgesehene, von Florian Pawlik nach Sternberg gebrachte Dynamit wurde, da Warbinbek nicht wie vereinbart erschien, in einer Kiste beim Ehepaar Franz und Marie Karger (~1851–?) deponiert. Am 7. Dezember 1884 nahm die Gendarmerie bei dem Ehepaar eine Hausdurchsuchung vor, beschlagnahmte fünfundfünfzig große und dreißig kleine Dynamitpatronen, verhaftete Franz und Maria Karger sowie Florian Pawlik und lieferte diese ins Kreisgericht Olmütz (Mähren [Olomouc, Tschechien]) ein.
Vom 26. Mai bis 5. Juni 1885 fand vor dem Kreis- als Erkenntnisgericht Olmütz der Prozess gegen neun Radicale statt, bei dem es vor allem um das Dynamitattentat in Sternberg ging. Florian Pawlik wurde des Verbrechens der Verleitung zur öffentlichen Gewalttätigkeit und des Vergehens gegen die öffentliche Ruhe und Ordnung angeklagt. Er sei seit 1884 Mitglied einer geheimen Organisation und habe das gestohlene Dynamit zwecks Überlassung an andere Personen von Sperbersdorf nach Sternberg transportiert. Florian Pawlik wurde jedoch freigesprochen.
Kategorien
Adresse
- Bautsch, Mähren [Budišov nad Budišovkou, Tschechien], Bautsch 50 (belegt für 1890 bis 1892)
- Bautsch, Mähren [Budišov nad Budišovkou, Tschechien], Bautsch 34 (belegt für 1894 bis 1899)
Karte
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Autor: Reinhard Müller
Version: März 2025
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