Anton Kňourek (1848–)

Persönliche Daten
Namensvarianten
tschechische Namensform: Antonín Kňourek
Geburtsdatum
1848
Berufe
Biographie

Anton Kňourek, früh ein Halbwaise, arbeitete als Viehhirt. Noch im schulpflichtigen Alter musste er in einer Spinnerei in Oberösterreich arbeiten Nach einem Arbeitsunfall, bei dem er ein Auge verlor, wurde er in das Spital nach Linz an der Donau (Oberösterreich) eingeliefert. Geheilt, abslovierte eine Schuhmacherlehre und begab sich auf die Walz. Er durchwanderte die Alpenländer und fand schließlich in Stuttgart (Württemberg [Baden-Württemberg]) Arbeit. Hier lernte er das Lesen und Schreiben. Vor allem aber lernte er hier sozialistische und anarchistische Ideen kennen und schloss sich dem gemäßigten Lager der Sozialdemokratie an.

In sein Heimat zurückgekehrt, eröffnete Anton Kňourek um 1880 in Lusche (Böhmen [Luže, Tschechien]) als Schumachermeister eine eigene Werkstätte. Als im Frühjahr 1885 in Prelauc (Böhmen [Přelouč, Tschechien]) Schriften über den am 30. September 1884 in Wien hingerichteten Buchbindergehilfen Anton Kammerer (1862–1884) und den am 8. August 1884 ebenfalls in Wien hingerichteten Schuhmachergesellen Hermann Stellmacher (1853–1884) verbreitet wurden, wurde bei Anton Kňourek, eigentlich ein gemäßigter Sozialdemokrat, eine Hausdurchsuchung durchgeführt. Er wurde verdächtigt, der radicalen Arbeiterbewegung anzugehören. Da bei ihm mehrere sozialistische Zeitschriften gefunden wurden, wurde er sofort verhaftet und in das Landesgericht Prag (Böhmen [Praha, Tschechien]) eingeliefert. Am 7. August 1885 fand vor dem Landes- als Strafgericht Prag der Prozess gegen Anton Kňourek statt, angeklagt des Vergehens der Geheimbündelei. Kňourek wurde jedoch vom Erkenntnissenat freigesprochen.

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