Mathias Trabi (1884–1950)

Persönliche Daten
Geburtsdatum
6. Februar 1884
Sterbedatum
9. Juni 1950
Religionsbekenntnis
römisch-katholisch

Vater: Franz Trabi: Keuschler; Heirat mit:
Mutter: Elisabeth Trabi, geborene Sohn: Keuschlerin
erste Ehe: in Hartberg (Steiermark) am 14. Juni 1909 mit Aloisia Putz (Hartberg, Steiermark 29. September 1883 – ?): Hausfrau; am 12. Juni 1935 geschieden
Sohn: Friedrich Raimund Trabi (Hartberg, Steiermark 18. März 1910 – Eisbach [zu Gratwein-Straßengel], Steiermark 13. Juli 1990)
Sohn: Hermann Trabi (Hartberg, Steiermark 30. Oktober 1914 – Hartberg, Steiermark 7. Februar 1916)
zweite Ehe: in Straß in Steiermark (Steiermark) am 29. August 1942

Biographie

Mathias Trabi absolvierte eine Maurerlehre und kam nach Graz (Steiermark), wo er als Maurergehilfe Arbeit fand und sich den Freien Socialisten anschloss. Als enger Mitkämpfer seines Berufskollegen Franz Prisching (1864–1919) war er an der Verbreitung der Zeitung »Neues Leben« (Berlin) tätig. Er wurde am 30. September 1898 in Graz zusammen mit dem Maurergehilfen Anton Geigl verhaftet. Bei Franz Prisching wurde lediglich eine Hausdurchsuchung durchgeführt, wobei seine Briefmarkensammlung und einige Druckwerke beschlagnahmt wurden. Am 16. November 1898 fand in Graz der Prozess gegen Anton Geigl, Franz Prisching und Mathias Trabi wegen Verteilung von Flugschriften statt. Geigl wurde freigesprochen, Trabi erhielt fünf Tage, Prisching, der sich selbst verteidigte, vierzehn Tage Arrest. Dennoch arbeitete Mathias Trabi mangels eines deutschsprachigen anarchistischen Organs weiterhin an der Zeitung »Neues Leben« (Berlin) mit.1

Gemeinsam mit Franz Prisching gab Mathias Trabi die Zeitungen »Neue Freiheit. Internationales Organ der Anarchisten deutscher Zunge« im Februar 1900 und »Der freie Gedanke. Organ zur Verbreitung freiheitlicher Ideen« im März 1900 heraus. Von den beiden hektografierten Zeitungen erschien nur jeweils eine Nummer, stets ohne Angabe eines Verlagsortes und eines Erscheinungsjahrs. Sie sind wohl als Vorgängerinnen der seit 8. November 1901 erschienenen Zeitung »Der Freie Socialist« (Brüx / Graz) zu betrachten, an der allerdings Mathias Trabi nicht mehr mitarbeitete.

Mathias Trabi zog sich danach von der Arbeiterbewegung weitgehend zurück, übersiedelte nach Hartberg (Steiermark), wo er heiratete und als Monteur bei der »Gesellschaft für elektrische Industrie« arbeitete.

  • Plesch, Steiermark, Plesch 14 (Geburtsadresse

  • Hartberg, Steiermark, Hartberg 57 (Wohnadresse 1909)

  • Hartberg, Steiermark, Hartberg 108 (Wohnadresse 1910 bis 1914)

Karte
  • 1

    Vgl. den programmatischen Artikel von M. T. [d. i. Mathias Trabi]: Betrachtungen, in: Neues Leben (Berlin), 4. Jg., Nr. 29 (28. Juli 1900), S. 121, und 4. Jg., Nr. 30 (4. August 1900), S. 123–128,