Johann Začzek (1864–)
Persönliche Daten
Familienverhältnisse
Vater: Joseph Začzek (Drétoma / Drietoma, Ungarn [Drietoma, Slowakei] 30. Oktober 1821 – Bruck an der Mur, Steiermark 26. Mai 1882), Sohn einer Hausfrau und eines Zimmermeisters: Schlossermeister und Hausbesitzer; Heirat (nach erster Heirat am 25. Mai 1851 seit 25. Jänner 1861 verwitwert) in Bruck an der Mur (Steiermark) am 8. Februar 1864 mit:
Mutter: Cäcilia Začzek, geborene Feil (Freidorf im Sulmtal [zu Sankt Peter im Sulmtal], Steiermark 5. August 1824 – Bruck an der Mur, Steiermark 15. Oktober 1889), Tochter einer Keuschlerin und eines Keuschlers: Bedienstete bei einem Hurmachermeister, Hausfrau
Ehe: in Bruck an der Mur (Steiermark) am 23. November 1890 mit Adelheid Sommer (Bruck an der Mur, Steiermark 22. November 1870 – Bruck an der Mur, Steiermark 29. Juni 1901), Tochter einer Hausfrau und eines Briefträgers: Näherin
Sohn: Othmar Willibald Začzek, seit 3. Juli 1923 Othmar Willibald Sommer (Bruck an der Mur, Steiermark 11. Oktober 1898 – ?)
Biographie
Johann Začzek absolvierte eine Schneiderlehre und arbeitete als Schneidergehilfe in Bruck an der Mur (Steiermark), wo er Mitglied des »Arbeiter-Bildungsvereins ›Vorwärts‹« wurde und sich der radicalen Arbeiterbewegung anschloss.
Am 7. September 1885 leitete der Schneidergehilfe Josef Großl (~1864–?), der am Vortag zum Obmann-Stellvertreter des »Arbeiter-Bildungsvereins ›Vorwärts‹« in Bruck an der Mur gewählt worden war, eine Versammlung dieses Vereins im »Topf’schen Gasthaus«. Dabei soll Großl revolutionäre Reden zugelassen und im Freundeskreis revolutionäre Lieder, unter anderem das Lied »Der Proletarier« von Johann Most (1846–1906), gesungen haben. Am 14. September 1885 wurden in Bruck an der Mur die Schneidegehilfen Josef Großl, J. Witschar und Johann Začzek verhaftet und in das Kreisgericht Leoben (Steiermark) eingerliefert. Witschar und Začzek wurden erst nach fünf Wochen Untersuchungshaft ohne Anklageerhebung freigelassen. Josef Großl wurde im Hochverratsprozess, der am 24. und 25. November 1885 vor dem Kreis- als Schwurgericht Leoben stattfand, zu fünf Jahren schwerem Kerker verurteilt.
Johann Začzek arbeitete später als Schneidermeister in Rottenmann (Steiermark), kehrte dann aber nach Bruck an der Mur zurück. Hier wurde er 1896 Aushilfsamtsdiener bei der Bezirkshauptmannschaft Bruck an der Mur, wo er aber zwischen dem 31. Oktober 1902 bis 6. Juni 1903 Gelder in der Höhe vo 544 Kronen veruntreute. Am 3. Juli 1903 flüchtete Začzek ins Ausland, wo er wieder als Schneidergehilfe arbeitete. Im Februar 1915 kehrte Johann Začzek nach Österreich zurück, um sich selbst zu stellen, und wurde in Salzburg (Salzburg) verhaftet. Aufgrund seines Geständnisses wurde er am 16. Februar 1915 vom Bezirksgericht Leoben (Steiermark) zu drei Monaten schwerem Kerker verurteilt.
Mitarbeiter*innen an Periodika
- Die Arbeit (Marburg, Graz) 1885
Kategorien
Adresse
- Bruck an der Mur, Steiermark, Grazer Straße 80 (Geburtsadresse)
- Rottenmann, Steiermark, Rottenmann 38 (belegt für 1890)
- Bruck an der Mur, Steiermark, Minoritenplatz 100 (belegt für 1898)
- Bruck an der Mur, Steiermark, Hoher Markt 126 (belegt für 1901)
Karte
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Autor: Reinhard Müller
Version: März 2025
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