Katharina Merkinger (1822–)
Persönliche Daten
Familienverhältnisse
Vater: Georg Miedler: Schuhmacher; Heirat mit:
Mutter: Theresia Miedler, geborene Baumgartner: Taglöhnerin
Ehe: mit Josef Merkinger: Gärtner
Sohn: Julius Merkinger (St. Pölten, Niederösterreich 3. März 1860 – Bad Hofgastein, Reichsgau Salzburg, Deutsches Reich [Salzburg, Österreich] 4. Dezember 1942): Gärtnergehilfe
Biographie
Am 5. September 1884 wurde vor dem Kreis- als Schwurgericht St. Pölten (Niederösterreich) ein »Raubattentat nach anarchistischem Muster«, wie die Presse titelte, verhandelt. Die vier in St. Pölten arbeitenden Angeklagten wurden fälschlich verdächtigt, Anhänger der radicalen Arbeiterbewegung zu sein. Die einzige Verbindung zum Anarchismus bestand darin, dass am 1. Mai 1884 aus erpresserischen Gründen ein Drohbrief verfasst worden war, gezeichnet mit »Das Anarchisten-Comité«. Die vier Angeklagten – der Maler und Anstreicher Ignaz Enzmann (1849–?), die Bedienerin Franziska Kühler (~1855–?), der Gärtnergehilfe Julius Merkinger (1860–1842) und dessen Mutter, die verwitwete Taglöhnerin Katharina Merkinger, die alle keinerlei Beziehung zur Arbeiterbewegung unterhalten, wurden wegen versuchten Raubs und Diebstahls zu mehrjährigen Kerkerstrafen verurteilt: Julius Merkinger zu fünf, Ignaz Enzmann zu vier sowie Franziska Kühler und Katharina Merkinger zu je drei Jahren schwerem Kerker, jeweils verschärft mit einem Fasttag vierteljährlich.
Karte
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Autor: Reinhard Müller
Version: März 2025
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