Ignaz Enzmann (1849–)

Persönliche Daten
Namensvarianten
geborener Ignatz Mühlberger
mit 26. März 1876 legitimierter Ignaz Enzmann
Geburtsdatum
25. Mai 1849
Religionsbekenntnis
römisch-katholisch

Mutter: Maria Mühlberger: Dienstmagd; Heirat am 15. Dezember 1875 mit:
Vater:  Ignaz Enzmann: Schlossermeister

Biographie

Am 5. September 1884 wurde vor dem Kreis- als Schwurgericht St. Pölten (Biederösterreich) ein »Raubattentat nach anarchistischem Muster«, wie die Presse titelte, verhandelt. Die vier  in St. Pölten arbeitenden Angeklagten wurden fälschlich verdächtigt, Anhänger der radicalen Arbeiterbewegung zu sein. Die einzige Verbindung zum Anarchismus bestand darin, dass am 1. Mai 1884 aus erpresserischen Gründen ein Drohbrief verfasst worden war, gezeichnet mit »Das Anarchisten-Comité«. Die vier Angeklagten – der Maler und Anstreicher Ignaz Enzmann, die Bedienerin Franziska Kühler (~1855–?), der Gärtnergehilfe Julius Merkinger (1860–1942) und dessen Mutter, die verwitwete Taglöhnerin Katharina Merkinger (1822–?), die alle keinerlei Beziehung zur Arbeiterbewegung unterhalten, wurden wegen versuchten Raubs und Diebstahls zu mehrjährigen Kerkerstrafen verurteilt: Julius Merkinger zu fünf, Ignaz Enzmann zu vier sowie Franziska Kühler und Katharina Merkinger zu je drei Jahren schwerem Kerker, jeweils verschärft mit einem Fasttag vierteljährlich.

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