Adalbert Maleč (1869–)

Persönliche Daten
Geburtsdatum
21. April 1869

Mutter: Veronika Maleč, Tochter einer Hausfrau und eines Schneiders
Vater: unbekannt
Ehe: in Jägersfeld (Mähren [Liboš, zu Žerotín, Tschechien]) am 17. Oktober 1892 mit Marie Szmazsak (Sternberg, Mähren [Šternberk, Tschechien] um 1874 – ?), Tochter einer Hausfrau und eines Webers

Biographie

Adalbert Maleč absolvierte eine Steindruckerlehre und arbeitete als Steindruckmaschinenmeister in Sternberg (Mähren [Šternberk, Tschechien]), dann in Mährisch-Ostrau (Mähren [Ostrava, Tschechien]).

1897 zog Adalbert Maleč nach Innsbruck (Tirol), wo er als Lithograf Arbeit fand und sich zunächst den Unabhängigen Socialisten anschloss. 1899 versuchte er hier eine Organisation der Freien Socialisten zu gründen. Jedenfalls verkündete er im August 1899 dass sich hier »eine freie anarchistische Gruppe gebildet hatte, welche sich zur Aufgabe stellt, die verrätherische Halbheit des soc.-dem. Stabes zu brechen und die Arbeiterschaft mit der revolutionären Bewegung vertraut zu machen.«1 Allerdings löste sich diese Gruppe bald auf. Dafür erregte Adalbert Maleč, der bei der »Lithographischen Anstalt C. Lampe« in Innsbruck arbeitete, mit einer anderen Aktion Aufmerksamkeit. Seit Ende Dezember 1898 gab er gefälschte Banknoten aus. Diese habe er, wie er vor Gericht angab, im Frühjahr 1898 von einem Unbekannten aus der Schweiz erhalten: sechzig Stück Bajnknoten im Wert von 5 Gulden. Unterstützt wurde er vom Steindrucker Johann Druschke (Sternberg, Mähren [Šternberk, Tschechien] 11. Mai 1878 – ?), dem aber die Falsifikate von Georg Michalitsch aus Sveti Križ (Kroatien) gestohlen und später auch von Fritz Rotter aus Sternberg in Umlauf gebracht wurden, auch in der Stadt Salzburg (Salzburg) und in Wien. Im Jänner 1900 flog die Affäre auf, alle vier wurden verhaftet und ins Landesgericht Innsbruck eingeliefert.

Adalbert Maleč ging später in die Schweiz ins Exil, wo er während des Ersten Weltkriegs Pässe für Flüchtlinge gefälscht haben soll.

 

Karte
  • 1

    Adalbert Malec [d. i. Adalbert Maleč]: Achtung! Innsbruck. Achtung!, in: Neues Leben. Anarchistisch-sozialistische Wochenschrift (Berlin), 3. Jg., Nr. 30 (26. August 1899), S. 160, nochmals abgedruckt in: ebenda, 3. Jg., Nr. 32 (9. September 1899), S. 170.