Eduard Tröster (1859–)

Persönliche Daten
Namensvarianten
tschechische Namensform: Edvard Tröster
Geburtsdatum
23. September 1859
Religionsbekenntnis
römisch-katholisch

Vater: Antonín Tröster; deutsche Namensform: Anton Tröster: Heirat mit:
Mutter: Tekla Tröster, geborene Doubravy; deutsche Namensform: Tekl Tröster: Hausfrau
Ehe: in Böhmisch-Trübau (Böhmen [Česká Třebova, Tschechien]) am 18. September 1888 mit Matylda Dolečkova; deutsche Namensform Mathilde Doleček: Hausfrau
Tochter: Marie Tröster, seit 6. November 1911 verheiratete Unzeitig (Böhmisch-Trübau, Böhmen [Česká Třebova, Tschechien] 23. September 1890 – Böhmisch-Trübau, Böhmen [Česká Třebova, Tschechien] 23. Juli 1893)
Tochter: Anna Tröster (Böhmisch-Trübau, Böhmen [Česká Třebova, Tschechien] 15. Juni 1893 – Böhmisch-Trübau, Böhmen [Česká Třebova, Tschechien] 23. Juli 1893)
Sohn: Jan Tröster (Böhmisch-Trübau, Böhmen [Česká Třebova, Tschechien] 2. Juni 1894 – Böhmisch-Trübau, Böhmen [Česká Třebova, Tschechien] 24. Juli 1894)
Tochter: Rosalie Tröster, seit 16. Juni 1921 verheiratete Lang (Böhmisch-Trübau, Böhmen [Česká Třebova, Tschechien] 10. August 1895 Lanškroun / Landskron, Tschechoslowakei [Lanškroun, Tschechien] 7. September 1925)
Sohn: Jan Tröster (Böhmisch-Trübau, Böhmen [Česká Třebova, Tschechien] 18. Oktober 1898 – Böhmisch-Trübau, Böhmen [Česká Třebova, Tschechien] 15. November 1904)
Sohn: Adolf Tröster (Böhmisch-Trübau, Böhmen [Česká Třebova, Tschechien] 13. Mai 1901 – Böhmisch-Trübau, Böhmen [Česká Třebova, Tschechien] 23. Mai 1901)

Biographie

Der Maschinenschlosser Eduard Tröster kam nach Wien, wo er sich der radicalen Arbeiterbewegung anschloss. Er wurde unter dem Verdacht, in einer geheimen Druckerei der Wiener Radicalen hergestellte verbotene Druckschriften verbreitet zu haben.

Vom 26. bis 29. November 1884 fand vor dem Ausnahmsgericht Wien der so genannte Anarchistenprozess gegen Betreiber der geheimen Druckerei von Neulerchenfeld (Niederösterreich [zu Wien 16.]) statt, in welcher unter anderem die Untergrundzeitung »Die Zukunft« [Neulerchenfeld (Wien)]1 gedruckt worden war. Alle zwanzig Angeklagten, darunter Eduard Tröster, wurden der Verbrechen des Hochverrats, der Majestätsbeleidigung, der Beleidigung von Mitgliedern des kaiserlichen Hauses, der Religionsstörung sowie der Störung der öffentlichen Ruhe und Ordnung angeklagt. Obwohl er freigesprochen wurde, wurde Eduard Tröster aufgrund der Ausnahmsverordnungen vom 30. Jänner 1884 am 30. November 1884 aus Wien ausgewiesen und unter polizeiliche Überwachung gestellt: »4875 Tröster Eduard, Maschinschlosser, 1859 zu Böhm.-Trübau, Bez. Landskron in Böhmen geb. u. zust., k., I., gr., stark, mit oval. Ges., br. H. u. Augenbr., breiter Stirn, gr. Aug., gr. Nase, kl. Munde, br. Schnurr- u. Backenbartanflug, einer linsengroßen, haarigen Warze auf der linken Wange nächst dem Mundwinkel, deutsch u. böhmisch sprechend, nach beim h. o. k. k. Land.-Ger. mit Urtheil vom 29. Nov. d. J. von den Verbr. des Hochverrathes, der Religionsstörung, der Majestätsbeleidigung, der versuchten Verleitung zum Morde u. Vergehen des §. 305 St.-G., gemäß §. 259, Absaz 3 St.-P.-O., erfolgtem Freispruche (mit Erk. vom 30. November 1884).«2

Eduard Tröster kehrte in seine Geburtsstadt Böhmisch-Trübau (Böhmen [Česká Třebova, Tschechien]) zurück, wo er wieder als maschinenschlosser arbeitete und auch heiratete.

Karte
  • 1

    Vgl. Die Zukunft. Organ der revolutionären Sozialisten Österreichs [Wien und Neulerchenfeld (Wien)], [1]. Jg., N. 1 (Juli 1884). Die Weiterverbreitung der Druckschrift wurde mit Erkenntnis des Landes- als Pressgericht Wien vom 12. August 1884 in Österreich verboten.

  • 2

    [Anonym]: 4875 Tröster Eduard, in: Central-Polizei-Blatt. Herausgegeben von der k. k. Polizei-Direktion zu Wien (Wien), Nr. 85 (31. Dezember 1884), S. 337.