Lajos Hartmann
Persönliche Daten
Biographie
Der Betonarbeiter József Muzsik beschloss im Dezember 1897, ein Attentat auf Kaiser Franz Joseph I. (1830–1916) zu verüben. Für sein Vorhaben konnte er die Taglöhner Lajos Hartmann und Gyula Kovács gewinnen. Geplant war, beim Besuch des Kaisers und Königs von Ungarn in Budapest (Ungarn) in der Wölbung des Kanals unter dem Margitring [Margit körút] 20 bis 25 Kilo Dynamit zu verbergen. Dieses sollte Muzsik aktivieren, indem er mit seiner Zigarre die zum Donauufer verlaufende Zündschnur anzünden wollte. Noch vor dessen Ausführung wurde der Attentatsplan durch die Anzeige der Blumenhändlerin Józsefa Pál am 13. Mai 1898 aufgedeckt. Muzsik, Hartmann und Kovács wurden verhaftet und am 5. Juli 1898 unter Anklage des Verbrechens des Hochverrats gestellt. Sie wurden am 30. September 1898 vom königlichen Strafgerichtshof in Budapest verurteilt: József Muzsik zu drei Jahren, Lajos Hartmann und Gyula Kovács zu je zwei Jahren Zuchthaus, außerdem alle drei zu fünf Jahren Ehrverlust.
Als ebenfalls Beteiligter am Komplott wurde zunächst auch der Zeitungsherausgeber István Várkonyi verdächtigt. Er soll den Attentätern 500 Gulden in Aussicht gestellt haben. Várkonyi flüchtete wegen presserechtlicher Untersuchungen gegen ihn nach Wien, von wo er am 11. Mai 1898 an die ungarischen Behörden ausgeliefert. Das Verfahren gegen István Várkonyi wegen vermuteter Beteiligung am geplanten Attentat wurde jedoch am 23. August 1898 endgültig eingestellt.
Den allgemeinen Notstand der Arbeiterschaft gaben Lajos Hartmann, Gyula Kovács und József Muzsik als Motiv für das geplante Attentat an. Sie gehörten zwar nie einer anarchistischen Bewegung an, wurden jedoch von Anarchisten als Gesinnungsgenossen betrachtet.
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Autor: Reinhard Müller
Version: Jänner 2026
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