Franz Gebhard (1851–)

Persönliche Daten
Namensvarianten
tschechische Namensform: František Gebhard
auch: Franz Gebhardt
Geburtsdatum
Ungefähr 1851
Biographie

Franz Gebhard ist ein Beispiel dafür, dass das Leben in Wien 1884 auch für unbedarfte Gemüter gefährlich war.

Am 10. März 1884 spielte der böhmische Schneidergehilfe Franz Gebhard in einem Wiener Gasthaus mit mehreren Freunden Tarock. Nach Beendigung des Kartenspiel sagte er in weinseliger Laune zu dem im Lokal anwesenden böhmischen Sicherheitswachmann Anton Hamáček auf Böhmisch: »Landsmann, ich bedauere dich, daß du bei der Polizei bist. Ich habe ein Herz für die Arbeiter. Ihr seid Krüppel, wir aber sind stark genug; wir haben so viel Dynamit, daß ihr uns Alle nichts anhaben könnt.«1 Außerdem besprach er danach die jüngsten so genannten anarchistischen Ereignisse. Franz Gebhard wurde verhaftet, und nachdem sich herausstellte, dass er keine Kontakte zur Arbeiterbewegung unterhielt, wieder auf freien Fuß gesetzt. Allerdings wurde er am 12. April 1884 vom Bezirksgericht Leopoldstadt (Wien 2.) in geheimer Verhandlung wegen Verbreitung falscher und beunruhigender Gerüchte zu fünf Tagen verschärften Arrest verurteilt.

Karte
  • 1

    Zitiert nach [anonym]: Aus dem Gerichtssaale. [/] (Anarchistische Prahlereien.), in: Neue Freie Presse [/] Morgenblatt (Wien), [21]. Jg. Nr. 7051 (13. April 1884), S. 6.