Čeněk Körber (1849–1886)
Persönliche Daten
Biographie
Der Mechaniker Čeněk Körber war ein Bruder von Vílem Körber (1845–1899) und ein Onkel von Čeněk Körber (1875–1951).
Čeněk Körber, Mitglied des tschechoslawischen Zweigs der »Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Österreichs«, bereitete mit seinem Bruder, dem Maschinenbauer Vilém Körber, und anderen einen Anschlag auf das Polizei-Direktions-Gebäude in Prag (Böhmen [Praha, Tschechien]) vor, der dann mit anderen Genossen in der Nacht vom 10. auf den 11. Juni 1869 durchgeführt wurde. Die beiden Hohlgeschosse zertrümmerten 17 Fensterscheiben des Polizeigebäudes und einige in einem gegenüberliegenden Café. Es war dies der erste derartige, von Sozialisten durchgeführte Anschlag in Böhmen. Čeněk Körber wurde am 12. Juni 1869 verhaftet, wobei die Polizei in der Wohnung Lichtgasse 943 auch eine geheime Druckerei aushob und einige Seiten der in Herstellung befindlichen Zeitung »Blaník« (Berlin [recte Praha]; Blanik) beschlagnahmte. Er wurde zusammen mit drei Mittätern wegen der so genannten Petarden-Affäre vor dem Gerichtshof Prag, verhandelt vom 31. Jänner bis 21. Februar 1870 in teilweise geheimer Verhandlung, des Verbrechens des Hochverrats angeklagt. Čeněk Körber wurde wegen Hochverrats, öffentlicher Gewalttätigkeit und Münzverfälschung zu zehn Jahren und der Tapezierer Otakar Fiala (~1849–?) wegen Hochverrats zu sechs Jahren Kerker verurteilt. Vilém Körber wurde zwar vom Vorwurf des Hochverrats freigesprochen, aber wegen Verbrechens gegen die öffentliche Ruhe und Ordnung zu sieben Monaten Kerker verurteilt.
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Autor: Reinhard Müller
Version: Oktober 2025
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